Allein im Licht

von | Dez 14, 2020 | SEIN | 3 Kommentare

Jeder Mensch ist vollkommen allein. Und wir versuchen alles, um das nicht spüren zu müssen. Und wenn wir es doch müssen, dann wehren wir uns mit Händen und Füßen gegen dieses Empfinden.
Alleinsein. Abgetrennt von der Liebe, von einem warmen Blick, einer Hand auf der Schulter, von einem Kuss, der sich verschenkt. Von einem Wort, das uns meint.

Allein in einem kalten Universum, das uns vergessen hat und gleichgültig in sich selbst hinein stirbt. So kann sie sich anfühlen. Die Isolation. Die Dunkelheit, die nichts kennt als die Verachtung für das elende, schwache Wesen, die nackte, hilflose Kreatur, die der Mensch ist. Ein verlorener Vogel, der aus dem Nest gefallen ist, der auf der harten Erde zum Tode verurteilt und vollkommen allein, die Augen schließt.

In sich eingeschlossen ist dieses Alleinsein, das das Ticken der Uhr zum lauten Schlagen der Kirchenglocken erhebt. Und die Stille sichtbar macht, in die kein Wort hinein fällt. Nur Tränen, die auf den Boden fallen und ungehört in seinen Ritzen versickern. Allein. Allein. Allein.
Wo ist ein Du, das mich sieht? Wo ist ein Spiegel in dessen Antlitz ich mich wärmen kann, um nicht in diesen Abgrund zu blicken, der Abgrund, den meine Einsamkeit gräbt?

Alleinsein sieht nichts als sich selbst. Es gräbt sich sein eigenes Grab und zieht jede Grenze einzeln hoch. Jede Grenze, die mich trennt von der Liebe eines Zweiten. Alleinsein kennt nichts als sich selbst und genau das ist die Grenze und zugleich der Schlüssel.

Wehre Dich nicht mehr

Zieh ganz ein in Dein Alleinsein. Und wehre Dich nicht mehr. Dein Widerstand erschafft erst die Welt außerhalb von Dir, er erschafft die Grenze und den Zaun über den Du blickst und siehst, was Du nicht zu haben scheinst. Der Widerstand ist die Tür durch die Du gehen musst, um alle Grenzen zu erlösen in Dich hinein als reine, nahe, tiefe Empfindung. Ohne ein Zweites darin.

Sieh den Vogel auf dem Boden. Sieh, wie er stirbt. Er atmet ganz schnell und ist ganz still darin. Seine Augen sehen nirgendwohin und seine Flügel liegen ausgebreitet auf der Erde. Er ist vollkommen hingegeben. Er leidet nicht. Er erduldet nicht. Er ist. Ein sterbender Vogel.

Du leidest nur dann, wenn Du nicht hingegeben bist.

„Im Ja zum Willen Gottes, verliert das Leiden seine Macht“.

Dein Herzschlag ist das Gebet

Zieh ganz ein in Dein Alleinsein. Widerstehe nicht. Komm Dir so nah wie möglich und fühle, so voll und ausschließlich Du kannst, was Du fühlst. Gib Dich hin. Ergib Dich hinein, hab keine Angst vor Deinen Gefühlen. Sie sind der Fingerzeig Gottes, durch den er sich selbst berührt. In Dir.

Du bist getragen, wenn Du Dich nicht mehr wehrst gegen das, was Du fühlst. Wenn Du die Schleusen öffnest, wenn Du die Tore aufreißt, wenn Du Dein Herz schlagen fühlst, denn es schlägt für Dich. Es verströmt seine Kraft in Dir und will sich durch Dich spüren und nicht mehr schützen.
Jeder Schutz, jedes Schloss, jede verschlossene Tür in Dir für das, was fließt, trennt Dich. Und wirft Dich in die Einzelhaft Deines Lebens. Eine Haft, die kein Entrinnen kennt, solange sie sich gegen das Gefangensein wehrt.

Du bist frei in Dir, wie unser Vogel, dessen Blick vom ersten Sonnenstrahl getroffen wird. Ein Lichtstrahl, der in ihn einströmt und das fast verstummte Herz erwärmt. Atme ein und aus und fühl Deine Regungen, wie innere Flügel, die sich zu bewegen beginnen, weil sie den Hauch einer Lebenskraft empfangen, die der Atem der Liebe verströmt. Als Licht, das in Dich Einzug hält.

Alleinsein. Ja. Sei so allein wie möglich. Ohne Widerspruch. Ohne Hader. Ohne Groll. Ohne Alternative. Falle hinein in Dich als Zärtlichkeit. Das ist das stille Wunder, das sich auftut in Dir, wenn sich die Grenzen gegen Dich selbst in die Hingabe erlösen. Zärtlichkeit ist nicht allein.
Sie ist mit allem. In Dir und für Dich. Nah. So nah, dass nichts sonst darin auftaucht.
Die Antwort bist Du.

In Liebe
Nicole

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3 Kommentare

  1. Paul

    Liebe Nicole

    Danke für diese wunderbar treffenden Worte die wohl sehr treffend in diese Zeit jetzt passen. Diese Wahrheit kann vielen Menschen Halt
    und Klarheit geben sofern man sich darauf einlässt.
    Danke Danke Danke

    Sei herzlich umarmt
    Paul

    Antworten
    • IchSelbstSein

      Lieber Paul, danke für Deine schönen Worte! Sei ebenfalls herzlich umarmt!
      Nicole

      Antworten
  2. David

    Danke

    Antworten

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