Der wahre Virus heißt Denken

von | Nov 24, 2020 | SELBST | 2 Kommentare

Der wahre Virus heißt Denken - anhören

von Ich. Selbst. Sein.

Du wurdest in ein äußeres System hineingeboren, das sich in Dich hineingewoben und zu einem inneren System gesponnen hat. Aus diesem System heraus lebst Du ein Leben aus zweiter Hand. Sobald Dir das allerdings bewusst geworden ist, fällst Du aus der Rolle, die Dir einmal
zugewiesen wurde.

Du fällst hinein in das, was Du außerhalb der Rolle schon immer bist: Ein Mensch, dessen Erscheinen und dessen Erscheinung Ausdruck einer Lebensenergie ist, die nicht beschrieben werden kann, weil sie jenseits von Worten und somit von Gedanken existiert. Es ist eine Kraft, die sich selbst trägt und lenkt, die aus sich heraus existiert und die Gedanken, zu denen sie sich wandelt, dazu benutzt, sich durch sie als diese Kraft zu erkennen. Es sind göttliche Gedanken, wenn sie groß genug sind, dieser unendlichen Kraft unüberlagert zu entsprechen.

Dein Atem, Dein Herzschlag, diese Empfindung in Dir, diese Empfindung von Hiersein ist das, was Du normalerweise immer übersiehst und überfühlst. Weil darüber ein schmieriger Ölfilm liegt, der aus den Einflüsterungen des begrenzten Gedankensystems besteht, aus dem heraus Du lebst. Dieses Gedankensystem ist so wenig wahrnehmbar, weil es Dir so nah ist, dass Du es nicht in Frage stellen kannst. Weil Du es bist. Das ist so, weil es Deine Gedanken sind, die Deine Realität bilden. Deine Aufmerksamkeit, die ihnen folgt, ist der Schlüssel zu Deiner Wirklichkeit.

Das Gedankensystem erstickt Deine Kreativität und damit Deine Möglichkeiten

Du erlebst üblicherweise eine Realität, die nur den Gedankeninhalt abbildet, den Du erfährst. Dieser kann sich nicht selbst in Frage stellen. Das wäre, als würdest Du von jetzt auf gleich behaupten, dass Dein Leben in einer Filmkulisse stattfindet. Das fühlt sich so irreal an, dass es Dein System nicht als Wahrheit anerkennen kann und Du das Gefühl hast: „Nein, das kann nicht stimmen.“

Bis Du darauf aufmerksam wirst, wie angespannt es sich immer wieder in Dir anfühlt. Du wirst fühlend aufmerksam auf Deine Schlaflosigkeit, auf Deine körperlichen Schmerzen, auf die Dunkelheit in Dir, auf die Konflikte, in denen Du Dich ständig wiederfindest und auf die Probleme, die Deine Freude an Deinem einfachen Dasein überwältigen. Es sind Gedankensysteme, die Deine Intelligenz und damit Deine Kreativität ersticken, weil sie von einer anderen Quelle gespeist wird, einer Quelle, die nichts weiß und nichts will. Doch der Verstand ist jene Instanz, die alles weiß und alles will.

Dieser Schmerz, der sich dadurch empfindet ist ein Hinweis auf Deine wahre Natur. Denn es kann nur etwas weh tun, was Du nicht bist. Dein Knie schmerzt weil es nicht seiner Wahrheit (Funktion) entspricht, kaputt zu sein. Du leidest, weil es nicht Deiner Wahrheit (Natur) entspricht eng, dunkel und begrenzt zu sein.

Bemerkst Du die Anspannung?

Bis Du erkennst, dass die geistige und körperliche Anspannung aus dem engen Korsett einer Gedankenaktivität stammt, die Dich vollkommen dominiert. Du kannst, wenn Du vom Verstand dominiert bist, nur das erfahren, was Du denkst. Das, was Du erlebst ist das Ergebnis Deiner Gedanken. Doch Du bist der Ort wo diese Gedanken stattfinden. Der vollkommen übersehene Ort. Es ist die Grellheit der zwanghaften Gedanken, die sich Deiner größten Kraft bemächtigt: Deine Aufmerksamkeit. Sie ist es, durch die sie leben.

Jetzt und Hier sind ein und derselbe „Punkt“. Jetzt ist ein anderer Ausdruck für Ewigkeit und Hier ist ein anderer Ausdruck für Unendlichkeit. Jetzt (Ewigkeit) durch den Verstand gefiltert bedeutet Zeit und Hier (Unendlichkeit) durch den Verstand gefiltert bedeutet Raum. Nur durch den Verstand (den Geist) betrachtet, bekommen die wahrgenommenen Dinge ihre Form.

Der Verstand suggeriert uns, dass wir ein Körper an einem Ort sind. Weil es seine Aufgabe ist zu benennen und zu verorten. Aber es ist nicht seine Aufgabe Schlussfolgerungen zu ziehen für die er, der nur ein Filter ist, nicht kompetent genug ist. Durch seine Kategorisierungen erschafft er über seine Kompetenzen hinaus Glaubenssysteme, die auf den Kategorisierungen beruhen, statt auf der unmittelbaren Erfahrung selbst. Ein Baum ist niemals nur das, was wir „Baum“ nennen. Aber wir belassen es üblicherweise dabei, ohne wahrzunehmen welches Wesen dem Baum zugrundeliegt.

Die Aufmerksamkeit zurück verfolgen

Wir glauben ein Körper zu sein, der an einem Ort ist. Dabei erkennen wir nicht, dass wir den Körper wahrnehmen, genauso wie den scheinbaren Ort, an dem er sich befindet. Es geht um das Wahrnehmen. Wenn wir den Blick unserer Aufmerksamkeit zu seiner Quelle zurückverfolgen, uns von den Objekten unserer Wahrnehmung zurückziehen, gleichsam zurückzoomen, wo landen wir dann?

Wir landen Hier. Versuch es!

Stell Dir vor, aus Deiner Pupille geht ein Lichtstrahl in Richtung einer Wand, die Du vor Dir siehst. Der Lichtstrahl steht stellvertretend für Deine Aufmerksamkeit. Verfolge mit Deiner Aufmerksamkeit den Lichtstrahl von der Wand zurück, rückwärts durch die Pupille.
Von wo kommt der Strahl?

Kannst Du einen Ort ausfindig machen? In Deinem Inneren? Und wo ist das?

Von hier geht alles aus. Das ist die direkte Erfahrung, wenn Du bereit bist, Dich darauf einzulassen und sich nicht vorschnell der Verstand mit seinen Erklärungen einschaltet. Mit seinen Erklärungen der Welt, wie sie sich Dir vordergründig präsentiert.

Alle Konflikte haben diesen einen Ursprung: Wir haben unsere Weltsicht auf unserem Glauben aufgebaut, nicht auf unserer Erfahrung. Deshalb erfahren wir, was wir glauben.

Lass sich die Erfahrung vertiefen

Wenn Du länger bewusst an dem ortlosen Ort hier verweilst, wenn sich diese Erfahrung vertieft, wenn sie sich mehr und mehr stabilisiert, wirst Du ein anderes Selbsterleben erfahren. Dann erfährst Du, dass Du einfach nur anwesend bist. Unveränderlich, still und doch alles berührend was Dir erscheint. Im Wissen dessen, dass das, was Dir erscheint direkt mit Dir selbst zu tun hat. Die Welt ist Dir ein Spiegel, weil sie von Dir ausgeht.

Diese Erkenntnis ist fundamental anders als das, was sich uns als Weltsicht momentan präsentiert und für den Verstand genauso unrealistisch, wie die Behauptung, Dein Leben fände in einer Filmkulisse statt.

Doch wenn Du bereit bist, (und ja, es geht immer wieder um diese Bereitschaft) eine echte Erfahrung zu machen, dann lässt Du Dich darauf ein und erkennst zum Beispiel, dass Du von einem anderen Menschen immer nur das erfährst, was Du in ihm siehst. Und das, was Du in ihm siehst, ist das, was Du glaubst. Es ist keine direkte Wahrnehmung. Du bist zwar immer hier als die einfache, erlebende Anwesenheit, doch das ist Dir die meiste Zeit über nicht bewusst,weil Deine Aufmerksamkeit an die Gedankeninhalte gebunden ist, die sich Dir aufgrund Deines Glaubenssystems präsentieren. Und dieses Glaubenssystem wird sich bis zu seinem Verblassen immer und immer wieder rechtfertigen und verteidigen.

„Ich bin eben so!“ „Das war schon immer so!“ „Ich kann eben nicht anders!“

Der Zweifel wird sich immer wieder selbst bestätigen: „Ich habs doch gewusst!“, weil er mit zweifelnden Augen sieht, die nichts anderes als Zweifel sehen können.

Wenn Du anderen Menschen grundsätzlich misstraust, sieht Misstrauen durch Dich und nicht die direkte Wahrnehmung. Es ist eine mit Misstrauen eingefärbte Wahrnehmung, die nur sich selbst sehen kann. Und nur an sich selbst glauben kann.

Der wahre Virus ist das Denken

Es zeigt sich etwas im Außen, in der Erscheinung. Sagen wir, ein Virus, der völlig unberechenbar Menschen befällt und beim einen zum Tod führt und beim anderen nur milde Symptome verursacht.
Was ist es, das diese unglaubliche Angst hervorruft, die zu irrationalen Verordnungen führt, die mehr Leid verursachen als sie verhindern?

(Hier erfährst Du mehr über Corona und die dritte Position.)

Es ist die Reaktion auf diese Erscheinung. Und diese Reaktion wird von dem Blick bestimmt, der die Erscheinung wahrnimmt. Ein Leben in Gedanken ist ein Leben, das in der Vergangenheit und in der Zukunft stattfindet. Also in Gedanken.

Das ist so, weil Du die Vergangenheit und die Zukunft nur in Deinen Gedanken findest. Überprüfe es! Du kannst nicht körperlich nach gestern reisen und auch nicht nach morgen. Du kannst nur an gestern und morgen denken.  Dein Leben findet größtenteils nicht in seiner Unmittelbarkeit statt. Es findet in Gedankenmustern und somit in Reaktionsmustern darauf statt. Das ist der Automatismus, den wir für die Wirklichkeit halten.

Der Automatismus ist nicht veränderlich

Dieser Automatismus ist unverbesserlich. Er ist für immer uneinsichtig, weil ihm Einsicht verwehrt ist. Eine Begrenzung hat keine Ahnung davon, was Unbegrenztheit sein soll. Weil sie nur Begrenzung sieht. Begrenztheit kann sich nur in Grenzenlosigkeit auflösen. Denn Grenzenlosigkeit kennt keine Begrenzung.

Dafür muss die Begrenztheit aber bereit sein über sich selbst hinaus zu finden. Und das geht nur, wenn sie sich auf etwas einlässt, dass sie nicht kennt. Das macht sie aber niemals freiwillig. Deshalb werden wir aus „Erfahrung klug“. Und Erfahrung heißt: Durch Unmittelbarkeit.

Es ist meistens ein Vorfall, der so einschneidend ist, dass er mich erkennen lässt, wie viel mehr das Leben ist, als ich bisher dachte. Ein Vorfall, der so schmerzhaft oder freudig, unerwartet oder fordernd ist, dass ich etwas entdecke, das nichts mit meinen bekannten Gedankenwelten zu tun hat. Damit öffnet sich mein Wahrnehmungsraum, in dem nun neue Gedanken und Situationen stattfinden können.

Die Lebendigkeit aktiviert sich selbst

Wenn sich, wodurch letzlich auch immer, dieser Wahrnehmungsraum öffnet, kann ich sehen, dass die Lebendigkeit des Lebens in erster Linie ihre Lebendigkeit schützt, nicht ihr Leben. Lebendigkeit ist die Energie der Lebensfreude. Der Fokus des Lebens auf die Lebensfreude, die sich als Vitalität empfindet, aktiviert jene Kraft, die dem Leben seine Kraft gibt fortzudauern. Und diese Lebendigkeit erfährt ihre größte Kraft nur hier. In der Unmittelbarkeit. Unbeschwert von Gedanken über irgendwas. Dafür maximal im Wahrnehmen und Fühlen und damit im wachen Erleben. Wahrnehmen oder auch „Sehen“ ist das, was befreites Denken ist. Ich könnte es auch so sagen: Befreites Denken ist Empfangen.

Doch wir als Tierchen mit uneinsichtigem Verstand, wollen in der Regel nicht empfangen. Wir wollen selber wissen und tun. Deshalb sind wir ganz schnell mit Maßnahmen zur Eindämmung von Risiken und Nebenwirkungen des Lebens. Weil wir denken und somit bewerten, bevor wir vollständig empfangen. Wir schützen damit uns und unsere Mitmenschen zu Tode.

In Verbundenheit, Nicole

 

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2 Kommentare

  1. John

    Danke Nicole, der Text hat durchs Mark getroffen.

    Antworten
  2. Anne

    Liebe Nicole.

    Es ist so wunderbar für meine Seele, deine Texte zu lesen.
    Ich verstehe sie auf einer tiefen Ebene.
    Danke! Alles Gute und herzliche Grüße, Anne

    Antworten

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