Der stille Schrei ins Leben

von | Okt 12, 2020 | SELBST | 0 Kommentare

Der stille Schrei ins Leben - anhören

von Ich.Selbst.Sein.

Ohne Bewusstsein wirst Du immer nur die Enge Deines Lebens erfahren können. Ohne das Bewusstsein Deiner nackten Anwesenheit in dem, was Du als Dich selbst und als Welt erfährst, wirst Du immer nur an die engen Grenzen Deiner Vorstellungen und Meinungen stoßen. Du wirst immer wieder verstrickt sein in das, was Du Deine Probleme nennst, in das, was Du Dein Leben nennst und nicht fähig sein, den Kopf aus dem Schlamm Deiner Schlussfolgerungen zu heben.

Deshalb geht es im Leben nur darum wirklich zu Bewusstsein zu kommen. Sonst lebst Du an Dir vorbei. Sonst erfährst Du immer nur das, was Du Dir denkst. Und nie das, was wirklich ist. Das ist unvorstellbar für denjenigen, der immer meint alles über die Wirklichkeit zu wissen und dann doch immer wieder an seine eigenen harten Wände stößt.

Ohne Bewusstsein für Dich selbst, als der Boden auf dem Du gehst, als der Blick, in dem Du erscheinst, bleibst Du immer wieder an der Kleinheit Deiner Welt kleben, die nichts von Dir und den wahren Möglichkeiten Deiner Existenz, weiß.

Bekenne Dich zu Dir

Rückhaltlose Selbstoffenbarung ist das, was Dich durch das Nadelöhr Deiner engen Persönlichkeit in die Grenzenlosigkeit fallen lässt, die Du bist. Deshalb geht es nicht darum, Dich vorschnell und gewollt von Dir und dem, was Du an Dir ablehnst, zu verabschieden. So hehr das Ideal auch sein mag, das Dich anzieht. Es geht nicht darum, Dich in eine Weite und Klarheit zu träumen, die Dir nicht möglich ist, solange Du etwas an Dir ablehnst. Was auch immer es ist.

Das ist der einzige Mut, dessen es bedarf, um Dir Deiner selbst bewusst zu werden. Der Mut alles zu erfahren, was als Du in Dir auftaucht. Ohne es mit ewigen Kommentaren zu bedenken.
Das ist so verdammt schwer, weil es Dich die Überzeugung kostet fehlerhaft zu sein. Die Überzeugung, die Dir erst dann wirklich bewusst wird, wenn Du von ihr lassen sollst. Wenn Du dazu aufgefordert wirst Dich selbst in Form Deiner Gedanken und Gefühle einfach passieren zu lassen. Und nur dabei zu sein. Ohne Dich bewertend einzumischen in das, was geschieht.

Dann stehst Du vor der schieren Unmöglichkeit Dich in Ruhe zu lassen. Und dann zeigt sich die Instanz, die zu allem, was Du denkst und fühlst, etwas zu sagen hat. Diese Instanz ist es, die mit der Überzeugung übereinstimmt, dass mit Dir etwas nicht stimmt, dass Du in Ordnung gebracht und in Ordnung gehalten werden musst. Doch erst, wenn Du bereit bist, dieser Instanz nicht mehr zu folgen, weil Du Dich selbst mehr und mehr schmecken willst, kommt es zum ersten Erwachen zu Dir selbst.

Verzweifelte Suche nach dem Ausweg

Vorher wirst Du dem Bedenkenträger in Dir immer wieder in die Enge folgen und Dich hineinverstricken in die Labyrinthe Deiner verzweifelten Suche nach einem Ausweg. Doch der ist nicht in den Gedanken über Dich zu finden. Weil Du dort nicht bist. Dort sind nur Gedanken über Dich, denen Dein Blick folgt. Mit denen er sich verklebt.

Der erste Schritt ist es, wirklich mitzubekommen, wie Dein Blick ihnen folgt. Dass er ihnen folgt.
Dann erkennst Du, dass es diese Gedanken sind, die Dich von Dir trennen. Und Du erfährst Dich, wenn Du dableibst. Hier.

Das ist der Akt, das ist die Bewegung, die Deinen Kopf aus dem Schlamm hebt. Dich von den Gedankeninhalten zu lösen. Egal, welchen. Zu merken, wie schwer das tatsächlich ist. Zu merken, wie schwach Dein Bewusstsein für Dich ist, wie anstrengend es ist, Dich von dem zu lösen, was Du immer wieder denkst. Je überzeugter ein Mensch von dem ist, was er denkt und für so und nicht anders hält, je klarer umrissen die Welt ist, in der er lebt, umso schwächer ist seine Selbstwahrnehmung. Das Bewusstsein für das, was er jenseits seiner Gedankenwelt ist.

Halt die Klappe!

Erst wenn Du innerlich die Klappe hältst, wird Dir auffallen, wie Du Dich wirklich fühlst. Weil Du Dich nur dann wirklich fühlen kannst. Wenn da kein Gedanke mehr dazwischen steht.

Und nein, es geht nicht darum, nicht mehr zu denken. Was sowieso nicht geht. Es geht allein darum mitzubekommen, dass Du die ganze Zeit denkst. Und dass dieses Denken Deine Realität bildet, die Du für die Unausweichlichkeit Deines Lebens hältst.

Die Position in Dir, die das mitbekommt, ist nicht das, was Denken ist. Sie ist das, worin das Denken stattfindet. Wenn Du ihr Deine Aufmerksamkeit zuwendest, anstatt den immer gleichen Inhalten Deines Denkens, hebst Du Dich zu Dir selbst an. Zu Dir selbst als dem Ursprung und dem Urgrund Deiner Lebenserfahrung.

Es ist, als würdest Du zum ersten Mal aus Platons Höhle klettern und mitbekommen, dass das, was Du für die Wirklichkeit gehalten hast, allein der Begrenztheit Deiner Sichtweise geschuldet war. Und Du nun endlich eine Erweiterung Deiner Sicht erfährst, die Dich die Dinge in einem ganz neuen Licht sehen lassen. Dieses Licht ist, was Bewusstsein ist. Es ist der Blick durch den Du siehst und Dich selbst und das, was Dir als Welt begegnet, erfährst. Du bist niemals getrennt, von dem, was Du wahrnimmst. Weil Deine Wahrnehmung allein von Deiner Sichtweise abhängt.

Sei Dir die Anstrengung wert!

Die Bemühung um die größtmögliche Sichtweise in Dir, ist die Anstrengung, die erforderlich ist, um Dich selbst als die Quelle und den Ursprung Deines Seins zu erfahren. Diese Bemühung ist, wenn sie von Lust und Liebe begleitet wird, die schönste Erfahrung, die ein Mensch überhaupt machen kann. Weil er dem Glück begegnet immer deutlicher zu sehen, wie wenig begrenzt er in Wirklichkeit ist!

Es ist wie die Entfaltung der Lungenflügel, wenn das Neugeborene alles Unsagbare herausschreit, was es auf seinem Weg ans Licht der Welt erfahren hat. Erst nach diesem Schrei atmet es den Sauerstoff, der es in dieser Dimension des Daseins leben lässt! Ab hier beginnt eine neue Erfahrung, die die alte Lebenswirklichkeit, im Bauch der Mutter, restlos verlöschen lässt.

Dein Bekenntnis zu Dir selbst, als der fließende Strom der Erfahrung, der sich in Dir als stille Anwesenheit vollzieht, ist wie dieser Schrei, in dem alles ausgedrückt wird, was Dich von Dir trennt.
In der Stille Deines einfachen Hierseins, erkennst Du Dich selbst. Darin verbrennt alles, was Du bisher kanntest, darin erscheint alles, was Du wirklich bist.

In Verbundenheit, Nicole

 

Danke!

Wenn Dich der Artikel inspiriert hat, freue ich mich sehr über den Ausdruck Deiner Wertschätzung mittels einer Spende.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.