Sein. Ich bin alles.

von | Aug 20, 2020 | SEIN | 0 Kommentare

Es braucht die Stadien des Ich und des Selbst, um sich schließlich im Sein zu vollenden. Ich kann nicht vom tief identifizierten Ichgefühl ins Sein springen, ohne vom Selbst zu wissen.
Ohne von mir als wahrnehmende Instanz selbst Kenntnis zu haben. Und ich kann nicht von Sein sprechen, wenn ich in der wahrnehmenden Instanz selbst verharre und mich nicht mehr mit dem, was ich wahrnehme, verbinde. Dann bleibe ich der Beobachter eines Lebens, das nichts mehr mit mir zu tun hat.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, beschreiben diese drei Stadien zwar in sich selbst unterschiedliche Ebenen aber im Alltag spielen sie alle ineinander. Ich werde immer ein Ich sein, das die Welt erfährt. Und damit gibt es auch kein Problem. Ich bin eine kosmische Konfiguration, die durch ihre individuelle Zusammensetzung das Leben erlebt. Ich heißt einfach „hier“. Hier wo es sich ausdrückt. Die ganze Problematik besteht im Nichterkennen dessen, was als Konditionierung zu sich „Ich“ sagt und damit an sich selbst als freies Icherleben, vorbei geht.

In der Kenntnis dessen, das ich Bewusstsein bin, reine Wahrnehmung, die sich selbst in anderer Form wahrnimmt – als Form als Farben, als Gedanken, als Gefühle, als Landschaften, als Beziehungen, als Qualitäten … kann ich mich immer wieder auf mich selbst besinnen. Mich in mich selbst als Quelle der Aufmerksamkeit zurück ziehen und entspannen. Diese geistige Entspannung ist ein notwendiger und letztlich von selbst ablaufender Teil eines bewusst erlebten Lebens.

„Sein“ sieht aus wie „Ich“

„Sein“ sieht zwar genau so aus wie „Ich“, ist aber ein gänzlich anderes Erleben. Bewusst „Ich“ zu sein, in der Verwirklichung dessen, dass ich in jedem Moment über mich informiert werde, ohne mich jemals kennen zu können, ist das, was die Leichtigkeit des Seins ausmacht. Sie entbindet mich des Irrglaubens „Jemand“ sein zu müssen, weil ich niemals etwas sein kann, was Bestand hat. Ich bin also von Natur aus undefinierbar. Verweile ich in diesem Glauben, tut das Leben unweigerlich weh, weil es Schmerzen verursacht gegen sich selbst zu leben. Schmerzen sind der Ausdruck einer Fehlsicht, einer Nichtübereinstimmung mit sich selbst.

Ich weiß, dass ich auf Schritt und Tritt mir selbst begegne, mir, Bewusstsein. Bewusstsein als das Wissen um alles, was ich wahrnehme. Die Richtungen, die meine Aufmerksamkeit einschlägt, die wie eine Taschenlampe im Dunkeln funktioniert, macht schließlich meine Individualität aus.

Ich – Bewusstsein, werde von der Aufmerksamkeit darüber informiert, was mich interessiert, was mich berührt, was mich bewegt, was mich verführt, was mich ärgert, was mich verletzt, was mich erheitert usw. Und diese Information kann ungehindert in mich eintreten. Ohne bewertet und vorhergesehen zu werden.

Weil kein Oberaufseher (Aus dem Ichstadium) mehr in mir waltet, der versucht mich einer angelernten Gegebenheit anzupassen, die mit mir nichts zu tun hat. Das ist die Freiheit des Selbsterlebens.

Unbegreifliche Existenz

Im Sein fällt mir auf, wie unsagbar unbegreiflich die Existenz der „Dinge“ selbst ist. Meine eigene und auch Deine. Im Ichstadium nehmen wir die Welt als viel zu selbstverständlich hin. Weil es ums Überleben geht, dürfen wir nicht staunen. Wir können es nicht einmal wirklich. Sofort werden wir wieder von „irdischeren“ und „wichtigeren“ Dingen fortgezogen. Aber erst das Staunen selbst setzt uns auf den richtigen inneren Platz in uns. Es bringt uns schlicht hierher. Ins augenblickliche Erleben.

Denn wo sonst sollten wir uns aufhalten? Wir existieren nirgendwo sonst, als hier. Immer wieder nur hier. In diesem Augenblick. Es gibt kein Gestern, es gibt kein Morgen. Die Tiefe dieser Erkenntnis ergreift Dich, wenn Du es ihr erlaubst, und lässt Dich die Substanzlosigkeit des Seins direkt erfahren.

An diesem Ort kommen die Fragen, die Dich noch viel tiefer hinein führen in das allgegenwärtige, von den allermeisten Menschen ungesehene Mysterium des Lebens.

Du fällst auf Dich selbst zurück. Immer wieder auf Dich selbst. In allem, was Dir widerfährt. Es gibt keinen Plan für dieses Leben. Es entsteht direkt aus Dir selbst heraus. Es gibt keine Vorlagen. Du bist die Quelle Deiner Erfahrung. Du bist alles, was Du erlebst. Du bist der Zweifel, Du bist die Freude, Du bist die Einsicht, Du bist die Lust, der Tanz, Du bist die Klarheit , die Kraft und die Zärtlichkeit. Alles, was zu Dir kommt, weiß durch Dich um sich selbst. Alles entsteht in Dir.

In Verbundenheit, Nicole

 

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